Geschichte und Begriff
Ein „Daumenkino“, auch als „Taschenkino“ bekannt, ist ein kleines Abblätterbuch mit vielen einzelnen Bildern. Wenn du nun diese Einzelbilder mit dem Daumen schnell abblätterst, siehst du eine fließende Bewegung, sozusagen einen kleinen Film. Das tolle am Daumenkino ist, dass es in jede Hosentasche passt und du es dir zu jeder Zeit an jedem beliebigen Ort anschauen kannst. Außerdem kannst du selbst bestimmen, wie schnell der Film abläuft, indem du das Daumenkino schnell oder langsam abblätterst.
Man vermutet, dass das erste Daumenkino um 1860 entdeckt wurde. Früher hießen diese Büchlein „Kineographen“. Einige Filmemacher haben diese Technik der Animation weiterentwickelt und bekannt gemacht. Man sagt auch, dass das Daumenkino der Übergang vom Foto zum Film ist. Gar nicht so dumm…
…denn jeder Film, den wir sehen, besteht aus ganz vielen Bildern oder Fotos, die sich alle nur ein kleines bisschen voneinander unterscheiden. Diese Fotos zeigen dann eine Bewegung in kleinen Schritten, die von uns beim Abspielen des Films als flüssige Bewegung gesehen wird. Eine Filmsekunde hat beispielsweise 24 einzelne Fotos.
Wie lernen die Bilder das Laufen?
Aber warum sehen wir beim Abblättern des Daumenkinos einen Film? Das liegt daran, dass unsere Augen schneller sehen können, als unser Gehirn denken kann. Deswegen können wir auch beim Abblättern nicht jedes einzelne Bild für sich erkennen, sondern eben nur die Bewegung, die sich aus vielen Bildern ergibt.
Du kannst dazu einen kleinen Selbstversuch machen. Leih dir eine Digitalkamera aus und fotografiere damit zum Beispiel eine Spielzeugfigur. Diese Spielzeugfigur soll in deinem Film von links nach rechts wandern. Dazu musst du einfach ganz viele Fotos machen und diese Figur bei jedem Bild etwas weiter nach rechts rücken. Wichtig ist, dass die Kameraposition immer gleich ist!
Hier findest du ein Beispiel für ein Daumenkino mit Fotos.
Einfach Ausschneiden und links tackern…